Geschichte

 

Billard und seine Geschichte

Der Name Billard stammt ursprünglich vom Begriff „ballon“ ab. Ballon heisst Kugel oder Ball. Ein kleiner Ball heisst „boule“. Ein noch kleinerer Ball nennt sich „bille“ . Billard ist also das Spiel mit den kleinsten Bällen.

Entwickelt hat sich das heutige Billard-Spiel ab dem 13. Jahrhundert. Damals wurde allerdings noch auf offenem Feld gespielt. Die Freiluftvariante dieses „Ur-Billards“ wurde bis ins 16. Jahrhundert praktiziert. Die Geschichte des Billard hängt eng zusammen mit der Weiterentwicklung von Tisch, Ball und Stock.

Die früheste schriftliche Erwähnung datiert aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Darin wird berichtet, der französische König Ludwig Xl besässe einen Billardtisch. Alte Stiche zeigen den Billardsport als höfisches Gesellschaftsspiel.

Schon die ersten Tische waren mit grünem Tuch bespannt. Die ersten Bälle waren vorwiegend aus Holz gefertigt. Später kamen auf den englischen und französischen Höfen teure Elfenbeinbälle auf. Heute bestehen die Bälle aus synthetischem Kunstharz.

Den Billardstock nennt man in der Fachsprache „Queue“ (sprich: qöö). Statt wie heute gestossen, wurden die Balle früher geschlagen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam ein Franzose auf die Idee, die Spitze des Queues mit einem Stück Leder abzudecken. Mit dieser Erfindung wurde es möglich, die Kugel mit Effet zu spielen, statt sie immer nur im Zentrum zu treffen.

Durch die Vervollkommnung des Materials erlebte das Billardspiel im 19. und 20. Jahrhundert den grossen und entscheidenden Aufschwung.

Billard in verschiedenen Arten

CARAMBOLE-Billard oder auch das französische Billard genannt, hat zu Beginn dieses Jahrhunderts in der Schweiz Einzug gehalten. Es ist vor allem in Frankreich, Belgien und Holland sehr beliebt. Zusammen mit KEGEL ist es die älteste Spielart. Beide werden auf Tischen ohne Löcher gespielt. Zu jeder dieser Grundspielarten gibt es eine Vielzahl von Varianten, die den Spielern viel Ruhe und Präzision abverlangen.

POOL-Billard hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten. Es wird mit 14 farbigen, einer schwarzen und einer weissen Kugel gespielt. Grundsätzlich geht es darum, mit der weissen Anspielkugel die eigenen sieben farbigen Kugeln in eine der sechs „Taschen“ zu versenken. Die schwarze Kugel sitzt ähnlich einem schwarzen Peter auf dem Tisch. Sollte einer der beiden Spieler diesen 8-er Ball vorher versenken. hat er die Partie verloren.

SNOOKER Billard stellt im Vergleich zum POOL-Billard noch höhere Anforderungen an den Spieler. Bedingt durch die Grösse des Tisches (mehr als die doppelte Spielfläche eines POOL-Tisches) verlangt diese Sportart besondere Konzentration und Präzision. Einerseits können durch Versenken der Kugeln Punkte gesammelt werden, andererseits kann der Gegner „snooker“ gesetzt werden. Dieser Ausdruck, welcher dem Spiel den Namen gab (to be snooked = in die Enge getrieben sein), bedeutet, dass der Gegner nicht mehr in der Lage ist, direkt auf die vorgesehenen Kugeln zu spielen, weil der weisse Anspielball entsprechend platziert wurde.

SNOOKER wurde im letzten Jahrhundert von englischen Soldaten während des Indien Dienstes erfunden und ist vor allem in den Commonwealth-Staaten beliebt.

Billard als Freizeit-Sport

Billard ist zum anspruchsvollen und trainingsintensiven Freizeitsport geworden. Dazu beigetragen haben die TV Übertragungen von grossen Billard Turnieren auf ausländischen Kanälen. Auf Eurosport und DSF werden regelmässig, zum Teil sogar Lifeberichte, von grossen Turnieren ausgestrahlt. Paul Newman im Hollywood-Film „The Color of Money“ hat wohl auch manche Leute auf den Geschmack gebracht.

In der Schweiz sind in kurzer Zeit rund 200 Billard Centers entstanden, in denen Freizeit- und Amateurspieler ihr Hobby ausüben können. Nicht eingeschlossen sind dabei die zahlreichen Restaurants, welche eine oder zwei Spielmöglichkeiten bieten.
Daneben kann in Winterthur schon in der Schule als freiwilligen Schulsport oder Ferienkurs erste Luft am grünen Tisch geschnuppert werden.

Das schöne am Billard ist sicher, dass es hobbymässig von klein auf bis ins hohe Alter ausgeübt werden kann und es dabei vielmehr auf Technik und Taktik, als auf Kraft und Schnelligkeit ankommt.

Vom Preis her gesehen darf Billard sicher zu den günstigeren Freizeitbeschäftigungen gezählt werden, kostet doch eine Stunde inklusive Queue und Kugeln rund 20 Franken für einen Pool-Tisch. Für nur weniges mehr kann ein Snooker Tisch gemietet werden.

Grundkenntnisse über Haltung, Queue Führung, Zielen, Nachläufer, Rückzieher, Stoppbälle, Effet und Bandenbälle, aber auch Kenntnisse über die verschiedenen Pooldisziplinen wie 8-er Ball, 9-er Ball und 14/1-Endlos werden in Einführungskursen, auch in der Billardhalle Winterthur vermittelt.

POOL-Billard als Wettkampf-Sport

Ein gutes Auge, Konzentrationsfähigkeit, Ruhe, harmonische Körperbewegungen, Geduld, starke Nerven und viel Willen zeichnen den guten Billardspieler im Kampf gegen den Mitspieler aber auch gegen sich selbst aus. An grossen Turnieren winken dem Sieger
5- oder gar 6-stellige Preisgelder.

In der Schweiz sind rund 1000 lizenzierte Spieler in mehr als 100 Clubs registriert. Gespielt wird in den Kategorien Mädchen, Schüler, Junioren, Damen, Senioren, sowie der Liga A und Liga B. Die Schweizermeister (sowohl Einzel als auch Mannschaftstitel) werden in den drei Wettkampfarten 8-er Ball, 9-er Ball und 14/1 Endlos auserkoren. Seit vielen Jahren werden Ausscheidungen zu CH-Titeln auch in
der Billardhalle Winterthur ausgetragen.

International rangiert die Schweiz im vorderen Mittelfeld. Besonders zu erwähnen ist Dimitri Jungo als Goldmedaillen Gewinner an den Junioren-Weltmeisterschaften.

Einige bekannte Spielerpersönlichkeiten

im POOL Billard:

  • Specchia Sascha, CH
  • Buddy Hall, USA
  • Oliver Ortmann, D
  • Ralf Souquet, D
  • Johnny Archer, USA
  • Earl Strickland, USA
  • Francisco Bustamante, Phi
  • Ewa Mataya, USA

im SNOOKER:

  • Steven Hendry
  • Steve Davis
  • Jimmy White
  • Paul Hunter
  • Allison Fisher